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Soziale Hilfestellungen

Chronische Erkrankungen führen in der Regel zu deutlichen Einschränkungen im täglichen Leben. Jeder Mensch mit einer chronischen Erkrankung kann einen Antrag auf Schwerbehinderung beim zuständigen Versorgungsamt stellen. Wenn ein Grad der Behinderung (GdB) von mindestens 50 Prozent vorliegt, gilt der Patient als schwerbehindert und erhält einen entsprechenden Ausweis. Dieser garantiert bestimmte Rechte, Vergünstigungen und steuerliche Vorteile.

Seit Einführung des Gesundheitsmodernisierungsgesetzes im Januar 2004 werden Patienten stärker an ihren Behandlungskosten beteiligt. Für schwerwiegend chronisch erkrankte Menschen gilt eine finanzielle Belastungsobergrenze: Die Ausgaben für Zuzahlungen zu medizinischen Kassenleistungen dürfen 1 Prozent des Familien-Bruttojahreseinkommens nicht übersteigen. Damit sind die Kosten der Behandlungen gedeckelt. Bei nicht schwerwiegend chronisch Kranken liegt die Obergrenze der Zuzahlungen bei 2 Prozent des Familien- Bruttojahreseinkommens.

Als schwerwiegend chronisch krank gelten Menschen, die sich seit mindestens einem Jahr in ärztlicher Dauerbehandlung befinden und wegen derselben Erkrankung mindestens einmal pro Quartal den Arzt aufsuchen müssen. Eines der folgenden Kriterien muss zusätzlich dazu erfüllt sein:

  1. Ohne eine kontinuierliche medizinische Versorgung ist nach Einschätzung des behandelnden Arztes mit einer lebensbedrohlichen Verschlimmerung der Erkrankung, mit einer Verminderung der Lebenserwartung und / oder mit einer dauerhaften Beeinträchtigung der Lebensqualität zu rechnen.
  2. Es liegen nachweislich mindestens ein 60-prozentiger Grad der Behinderung und / oder eine mindestens 60-prozentige Einschränkung der Erwerbsfähigkeit vor.
  3. Die betroffene Person bedarf der Pflege in Pflegestufe 2 oder 3.

Wenden Sie sich bei Fragen zu den sozialen Auswirkungen Ihrer Erkrankung einfach an Ihr zuständiges Versorgungsamt. Ihre Krankenkasse kann Ihnen ebenfalls Auskunft zu Ihren Fragen erteilen.


Lesen Sie weiter im nächsten Kapitel: Glossar >

Broschüre: „Und wo bleibt die Seele? Ein Mutmacher für Patienten“

Cover - Und wo bleibt die Seele?

Erfahren Sie, wie man bei chronischen Erkrankungen selbst aktiv werden kann, um Seele und Körper Gutes zu tun.

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